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Chirurgisches Implantat Künstlicher Harnröhrensphinkter (AUS)

ZSI 375 PF künstlicher Harnröhrensphinkter.

Zweiteiliger künstlicher Sphinkter für die chirurgische Behandlung mittelschwerer bis schwerer männlicher Harninkontinenz. Da der druckregulierende Ballon in die skrotale Pumpeneinheit integriert ist, benötigt er keine Komponente im Beckenbereich; das System wird vorkonnektiert, vorgefüllt und implantationsbereit geliefert. Die Inhalte sind technische Unternehmensinformationen für medizinisches Fachpersonal und Beschaffungsteams; sie enthalten keine Patientenvermittlung und keine Behandlungsempfehlung.

01 Überblick

Zweiteiliges System, das die intrinsische Sphinkterfunktion nachahmt.

ZSI 375 PF, entwickelt vom schweizerischen Unternehmen Zephyr Surgical Implants, ist ein künstlicher Harnröhrensphinkter (artificial urinary sphincter, AUS). Das Gerät wird implantiert, um die Funktion des natürlichen Harnröhrensphinkters zu unterstützen, der den Harnabfluss aus der Blase begrenzt, und ahmt das intrinsische Sphinkterverhalten mechanisch nach.

Die auffälligste Konstruktionsentscheidung des Systems ist die Reduktion der Komponentenzahl auf zwei: die um die Harnröhre platzierte aufblasbare, einstellbare Manschette und die skrotale Pumpeneinheit mit dem druckregulierenden Ballon. Das in klassischen dreiteiligen Systemen im Becken platzierte Reservoir entfällt hier; im Beckenbereich befindet sich keinerlei Komponente. Dieser Ansatz erübrigt eine pelvine Dissektion und vereinfacht die Operationsplanung bei Fällen mit vorangegangener Beckenchirurgie oder Radiotherapie.

Das Gerät wird vorkonnektiert und vorgefüllt ausgeliefert und ist implantationsbereit. Damit sollen Konnektierungs- und Füllschritte im Operationssaal entfallen und so das Risiko von Anschlussfehlern sowie die Manipulationszeit verringert werden. Das Implantat verbleibt vollständig im Körper und ist von außen nicht sichtbar.

Lisa Health bietet Krankenhäusern und Teams der funktionellen Urologie die dokumentierte Lieferung des ZSI-Portfolios chirurgischer Implantate, Unterstützung bei der Planung der Manschettengröße und Unterlagen zur Vorbereitung des Operationssaals. Die klinische Entscheidung und die Indikationsstellung obliegen ausschließlich dem Facharzt.

Illustration der anatomischen Lage des künstlichen Harnröhrensphinkters ZSI 375 PF: aufblasbare Manschette um die Harnröhre und im Skrotum platzierte Pumpeneinheit mit druckregulierendem Ballon; im Beckenbereich befindet sich keine Komponente
Schema der anatomischen Lage des ZSI 375 PF: Manschette um die Harnröhre und skrotale Pumpeneinheit. Im Beckenbereich befindet sich keine Komponente. Die Abbildung ist eine Herstellerillustration.
✓ Zweiteiliges System ✓ Keine pelvine Komponente erforderlich ✓ Manschette 4–6 cm, gebogen ✓ Vorkonnektiert & vorgefüllt ✓ 5 Jahre Garantie ✓ Schweizer Herstellung

02 Klinische Indikationen

Bei welchen Patienten wird er in Betracht gezogen?

Der künstliche Harnröhrensphinkter gilt als chirurgische Standardoption bei Sphinkterinsuffizienz, wenn konservative Verfahren nicht ausreichen. Die folgenden Punkte fassen die häufig erwogenen klinischen Kontexte zusammen; die endgültige Indikation, die urodynamische Beurteilung und die Eignung des Patienten werden ausschließlich vom urologischen Fachteam festgelegt.

  • Inkontinenz nach Prostatektomie: mittelschwere bis schwere Stressharninkontinenz nach radikaler Prostatektomie; Fälle, die auf ein Beckenbodentraining nicht ansprechen.
  • Inkontinenz nach TURP: Sphinkterinsuffizienz nach einer Operation bei benigner Prostatahyperplasie.
  • Inkontinenz nach Radiotherapie: in ausgewählten Fällen mit vorangegangener Beckenbestrahlung; die Konstruktion ohne pelvine Komponente erleichtert die Planung.
  • Neurogene Sphinkterinsuffizienz: ausgewählte Fälle mit unzureichendem Auslasswiderstand bei neurogener Blase.
  • Sphinkterschaden nach Trauma: Verlust der Sphinkterintegrität nach Beckentrauma oder Harnröhrenchirurgie.
  • Fälle, in denen externe Hilfsmittel nicht ausreichen: Patienten, bei denen die Versorgung mit einer Inkontinenzklemme oder mit aufsaugenden Produkten als klinisch nicht ausreichend beurteilt wird.

Kontraindikationen, aktive Harnwegsinfektionen, Harnröhrenstrikturen, Detrusorüberaktivität sowie Handfertigkeit und Compliance des Patienten werden im Rahmen der aktuellen Gebrauchsanweisung und der klinischen Protokolle behandelt.

03 Aufbau und Komponenten

Manschette und Pumpe: zwei Teile, keine pelvine Komponente.

Das Gerät besteht aus medizinischem Silikonelastomer und wird implantationsbereit geliefert. Die Konstruktion ist darauf ausgerichtet, die Zahl der chirurgischen Schritte und die intraoperative Manipulation zu reduzieren.

  • Aufblasbare, einstellbare Manschette: wird um die Harnröhre platziert; ihr gebogenes Design und ihre einstellbare Konstruktion wurden entwickelt, um unterschiedliche Harnröhrendurchmesser abzudecken.
  • Schnellverschluss der Manschette: tastenbasierter Verschlussmechanismus; vom Hersteller als einfach und sicher beschrieben.
  • Temporäre Verlängerungslasche: ein Hilfselement, das die Platzierung der Manschette um die Harnröhre erleichtert und nach dem Eingriff entfernt wird.
  • Pumpeneinheit (skrotal): sie verfügt über große, leicht erreichbare Tasten für Aktivierung und Deaktivierung; der druckregulierende Ballon ist in diese Einheit integriert.
  • Hydraulisches Septum: über das Skrotum zugänglich; es erlaubt, das Flüssigkeitsvolumen des Systems interventionell anzupassen.
  • Schalldämpfer (Silencer): ein Konstruktionsmerkmal zur Verringerung des Betriebsgeräuschs.
  • Keine pelvine Komponente: da kein Reservoir im Becken platziert wird, ist keine pelvine Dissektion erforderlich.
  • Material: die gesamte Struktur besteht aus medizinischem Silikonelastomer.

04 Funktionsprinzip

Der Kontinenzzyklus in vier Schritten.

Das System arbeitet als geschlossener hydraulischer Kreislauf und stellt mit der Funktion automatische Wiederauffüllung die Kontinenz ohne Zutun des Patienten wieder her.

  • 1 — Kontinenz: die aufgefüllte Manschette komprimiert die Harnröhre; ein Harnverlust wird verhindert.
  • 2 — Entleerungswunsch: der Patient drückt die Pumpe im Skrotum und lässt sie los.
  • 3 — Miktion: die Manschette entleert sich, die Harnröhre wird dekomprimiert und die Blase entleert.
  • 4 — Automatische Rückkehr: nach etwa 2–3 Minuten füllt sich die Manschette von selbst wieder und die Kontinenz ist wiederhergestellt.

05 Technische Parameter

Manschettengröße und Systemspezifikationen.

ParameterWertKlinischer Hinweis
Anzahl der Komponenten2 (Manschette + Pumpeneinheit)Vorkonnektiert und vorgefüllt
Manschettenlänge4 – 6 cmGebogenes Design; die einstellbare Konstruktion deckt einen weiten Harnröhrenbereich ab
DruckregulierungIn die Pumpeneinheit integrierter BallonKein separates pelvines Reservoir erforderlich
Lage der PumpeSkrotumGroße Tasten für Aktivierung und Deaktivierung
Pelvine KomponenteKeineErübrigt eine pelvine Dissektion
Automatische Wiederauffüllung~2–3 MinutenDie Kontinenz kehrt ohne Zutun des Patienten zurück
MaterialMedizinisches SilikonelastomerFür die Langzeitimplantation ausgelegt
Garantie5 JahreVom Hersteller definierter Umfang

Die Werte sind dem Herstellerkatalog entnommen; die endgültigen Parameter werden anhand der der Einrichtung übermittelten offiziellen Produktdokumentation und der aktuellen Gebrauchsanweisung bestätigt.

06 Unterscheidende Vorteile

Wesentliche Punkte für Operationssaal und Langzeitnachsorge.

  • Keine pelvine Komponente erforderlich: pelvine Dissektion und Reservoirplatzierung entfallen; bei vorangegangener Beckenchirurgie oder Radiotherapie vereinfacht sich die Planung.
  • Verringerung des Risikos von Anschlussfehlern: das vorkonnektierte und vorgefüllte System macht intraoperative Montageschritte entbehrlich.
  • Konstruktion im Hinblick auf das Infektionsrisiko: reduzierte Manipulation und Komponentenzahl werden vom Hersteller als Beitrag zur Senkung des Infektionsrisikos dargestellt.
  • Operationszeit: laut Herstellerangaben wird die gleiche OP-Zeit wie bei konventionellen Verfahren angestrebt.
  • Einheitliche Manschettenkonfiguration: die einstellbare gebogene Manschette von 4–6 cm deckt unterschiedliche Harnröhrendurchmesser mit einer einzigen Referenz ab und erleichtert so die Lagerhaltung.
  • Anwendung durch den Patienten: die großen Tasten im Skrotum und die automatische Wiederauffüllung vereinfachen die tägliche Anwendung.
  • Bildgebungs- und Reisekompatibilität: für die sichere Anwendung in medizinischen Scannern ausgelegt; wird von Sicherheitsscannern an Flughäfen nicht erkannt.
  • Garantie: der Hersteller definiert einen Garantiezeitraum von 5 Jahren.

07 Positionierung

Chirurgisches Implantat oder externes Hilfsmittel?

Die Behandlungsstufen bei männlicher Harninkontinenz richten sich nach dem Inkontinenzgrad, der Operabilität und der Präferenz des Patienten. Die nachstehende Tabelle fasst die institutionelle Positionierung der chirurgischen und nicht-invasiven Optionen des Portfolios zusammen; die klinische Auswahl obliegt dem Facharzt.

KriteriumZSI 375 PF (chirurgisches Implantat)Externe Klemme / Band
VorgehenChirurgische Implantation✓ Nicht-invasiv, ohne Operation
Inkontinenzgrad✓ Mittelschwer – schwerLeicht – mittelschwer
AnwendungDauerhaft; im Körper, nicht sichtbarWird tagsüber angelegt und abgenommen
KontinenzmechanismusKontrollierte Kompression durch eine HarnröhrenmanschetteExterne Peniskompression
Eingriff des PatientenEntleeren über die Pumpe; automatische RückkehrManuelles Öffnen/Schließen bei jeder Miktion
Entsprechung im PortfolioZSI 375 PFPacey Cuff · Prosecca Band
Pacey Cuff Inkontinenzklemme für Männer → Details zum Prosecca Band →

08 Technische Übersicht

Tabelle zur institutionellen Bewertung.

Hersteller / MarkeZephyr Surgical Implants (ZSI) — Genf, Schweiz
ModellZSI 375 PF
ProduktfamilieChirurgisches Implantat / männliche Harninkontinenz
ProdukttypKünstlicher Harnröhrensphinkter (AUS)
IndikationsbereichMittelschwere bis schwere Harninkontinenz bei Männern
KomponentenAufblasbare, einstellbare Manschette + skrotale Pumpe mit druckregulierendem Ballon — vorkonnektiert und vorgefüllt
ManschetteGebogen, 4–6 cm; Schnellverschluss und temporäre Verlängerungslasche
Pelvine KomponenteKeine
MaterialMedizinisches Silikonelastomer
Automatische WiederauffüllungEtwa 2–3 Minuten
Weitere KonstruktionsmerkmaleHydraulisches Septum (Zugang über das Skrotum), Schalldämpfer, große Aktivierungstasten
BildgebungskompatibilitätSichere Anwendung in medizinischen Scannern; wird von Flughafenscannern nicht erkannt
Garantie5 Jahre (Hersteller)
Regulatorischer StatusCE-gekennzeichnetes Medizinprodukt; Klassifizierung sowie ÜTS- und TİTCK-Registrierungsangaben werden mit der Beschaffungsdokumentation bestätigt
DokumentationCE-Zertifikate, Gebrauchsanweisung, Dokumentation zu Manschettengrößen, Operationstechnik und Schulungsmaterialien
ZielgruppeÄrzte der Urologie und funktionellen Urologie, Beschaffungs- und Vergabestellen

09 Fragen & Antworten

Häufige Fragen von Institutionen.

Was ist ein künstlicher Harnröhrensphinkter und wie funktioniert er?

Ein künstlicher Harnröhrensphinkter (AUS) ist ein implantierbares Gerät, das die Funktion des natürlichen Harnröhrensphinkters zur Begrenzung des Harnflusses unterstützt. Beim ZSI 375 PF sorgt die um die Harnröhre platzierte aufblasbare Manschette durch Kompression der Harnröhre für Kontinenz; drückt der Patient die Pumpe im Skrotum und lässt sie los, entleert sich die Manschette, die Harnröhre wird dekomprimiert und die Blase entleert. Nach etwa 2–3 Minuten füllt sich die Manschette automatisch wieder und stellt die Kontinenz wieder her.

Bei welchen Patienten wird die ZSI 375 PF in Betracht gezogen?

Das Gerät wird bei mittelschwerer bis schwerer Harninkontinenz bei Männern erwogen; am häufigsten kommt es bei Sphinkterinsuffizienz nach radikaler Prostatektomie infrage. Indikation, urodynamische Beurteilung und Eignung des Patienten werden ausschließlich vom urologischen Fachteam festgelegt.

Welche Manschettengrößen hat die ZSI 375 PF?

Die Manschette ist gebogen ausgeführt und bietet eine Länge zwischen 4 cm und 6 cm. Ihre aufblasbare, einstellbare Konstruktion ist darauf ausgelegt, unterschiedliche Harnröhrendurchmesser abzudecken; damit wird mit einer einzigen Manschettenkonfiguration ein weiter anatomischer Bereich erfasst.

Was bedeutet es, dass die ZSI 375 PF keine pelvine Komponente benötigt?

In klassischen dreiteiligen Systemen wird das druckregulierende Reservoir im Becken platziert. Beim ZSI 375 PF ist der druckregulierende Ballon in die Pumpeneinheit im Skrotum integriert; im Beckenbereich befindet sich keinerlei Komponente. Dies erübrigt eine pelvine Dissektion und vereinfacht die Operationsplanung, insbesondere bei Fällen mit vorangegangener Beckenchirurgie oder Radiotherapie.

Welchen Umfang haben Garantie und Dokumentation der ZSI 375 PF?

Der Hersteller definiert einen Garantiezeitraum von 5 Jahren. Manschettengrößenoptionen, Setinhalt, CE- und ÜTS-Unterlagen, Lot-/Seriennummernverfolgung, das Dokument zur Operationstechnik und der Schulungsplan werden entsprechend dem Beschaffungsformat der Einrichtung zusammengestellt. Es werden keine öffentlichen Preise veröffentlicht.


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